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Der trauernde Vater

 

 

Viele Frauen beklagen sich darüber, dass ihre Männer nicht gerne über den Verlust ihres Kindes sprechen. Viele Männer vergraben sich in ihrer Arbeit, sie wollen und können ihre Gefühle nicht zeigen. Dadurch fühlen sich Frauen von ihren Männer oft miss- und unverstanden. Es gibt zu diesem Thema die unterschiedlichsten Meinungen. Die einen sagen, dass schließlich die Frau die Schwangerschaft gespürt habe und nicht der Mann. Andere sind der Meinung, dass der Vater erst zum Ende der Schwangerschaft Vatergefühle entwickle. Durch diese Aussagen wird es dem trauernden Vater nicht leichter, sondern im Gegenteil nur schwerer gemacht.

 

tl_files/fM_k0006/images/mann.jpgDie Freude eines werdenden Vaters ist genauso groß, wie die seiner Partnerin und das von Anfang an. Vorausgesetzt, der Vater hat eine tiefe Bindung zu seiner Partnerin, und das Kind war von beiden gleichermaßen erwünscht. Die Generation unserer Väter wurde noch dahingehend erzogen, dass ein Mann keine Gefühle und keine Emotionen zeigen darf.

 

"Ein stolzer Sohn weint nicht". Der Sohn musste sich zusammenreißen. Hart sein war gleichbedeutend mit männlich sein. Wenn einem Mann eine schreckliche Mitteilung gemacht wurde z.B. über den Tod seiner Frau, dann mit den Worten: "Du musst jetzt sehr tapfer sein". Diesen Erziehungsstil gibt es heute nicht mehr.

 

Heute weinen die Helden, die männlichen Hauptdarsteller in Kinofilmen, und dadurch werden sie zu Menschen mit allen Stärken und Schwächen. Unsere Väter wurden anders geprägt und haben diesen Erziehungsstil, wenn auch nur unterschwellig und unbewusst an unsere Männer weitergegeben.

Viele Väter möchten Ihrer Partnerin Stärke zeigen, die Trauer nicht zulassen und trösten. Die Seele des Menschen macht keine Geschlechtsunterschiede, und ein Mann darf und muss genauso trauern und weinen wie seine Partnerin, um über diesen tragischen Verlust hinwegzukommen. Fördern und unterstützen Sie sich gegenseitig in Ihrer Trauer, um Partnerschaftskonflike gar nicht erst aufkommen zu lassen.